Channelings: Himmlischer Rat

Meine Klientin Tabea* hat heute ein besonderes Anliegen: Vor einem Jahr hat sie sich entschieden beruflich neu durchzustarten. Der Bürojob war nicht mehr erfüllend, der Rücken schmerzte vom vielen Sitzen. Durch ihre Liebe zu Tieren und einer Affinität zur Naturheilkunde kommt ihr eines Tages eine Idee: Ich werde Tierheilpraktikerin!

Die Ausbildung macht Spaß, die Vorfreude auf die neue Tätigkeit ist groß. Trotzdem hat Tabea immer wieder Zweifel: Werde ich die Prüfung schaffen? Kann ich mich als Selbstständige finanziell über Wasser halten? Ist es wirklich richtig, mit Ende 30 noch etwas Neues zu wagen? Tabea wünscht sich Ermutigung und Zuversicht, dass sie auf dem richtigen Weg ist und bittet mich um ein Channeling.

Channeln heißt: Kontakt mit der geistigen Welt aufnehmen und um Botschaften, Unterstützung, Klärung in einer bestimmten Angelegenheit bitten. Die Informationen werden übersetzt und in eine verständliche Form gebracht. Als Medium bin ich Empfängerin und Übersetzerin zugleich. Die Informationen erhalte ich manchmal in (scheinbar zusammenhanglosen) Bildern, häufig in Worten. Bei letzterem handelt es sich um eine eigentümliche Art zu sprechen, die von einer gebräuchlichen Wortwahl oder einem regulären Satzbau abweicht; ganze Textpassagen in einwandfreiem Deutsch sind selten.

Wer der Bitte um eine Durchsage entspricht ist unterschiedlich: Es kann ein Geistführer sein, ein Erzengel oder ein Engel, die Seele einer nahestehenden verstorbenen Person, die Christusenergie, das göttliche Bewusstsein selbst – alles ist möglich. Als Medium habe ich darauf keinen Einfluss: Ich stelle mich als Kanal (Channel) zur Verfügung, bewerte nicht und greife nicht handelnd ein. Auch weiß ich im Vorwege nicht, ob und in welchem Umfang der Bitte entsprochen wird. Wenn eine bestimmte Lernaufgabe zu absolvieren ist (zum Beispiel zu vertrauen), kann „Hilfe von oben“ sehr spärlich ausfallen oder gar komplett verweigert werden. Enttäuscht sein sollte man in diesem Fall aber nicht: Manchmal ist es einfach besser nicht alles zu wissen. Oder es ist nicht der richtige Zeitpunkt um die geistige Welt um Rat zu fragen.

Tabea hat Glück und erhält folgende Botschaft, die die oben beschriebenen Besonderheiten meiner Channelings veranschaulicht:

„Wir senden Tabea grünes Licht auf ihrem Weg zu sich selbst und zu ihrer Heilung. Ihr Weg ist ein Weg der Treue und des Mitgefühls. Ihr Weg bereitet ihr Stolpersteine, die sie nehmen soll zur Selbstfindung. Ihr Weg ist nicht der Weg des geringsten Widerstands. Ihr Weg trägt eine Aufgabe in sich, die es zu lösen gilt in den nächsten Jahren: Heilerin für Tiere und Menschen, aber nicht des Geldes wegen; Konzentration auf sich selbst und die eigenen Kräfte; Ausbildung der eigenen Fähigkeiten im Zentrum der Liebe. Was auch immer geschieht, wir werden sie dabei unterstützen.“

Dem folgt eine direkte Ansprache an meine Klientin:

„Tabea, Dein Stern scheint hell. Er ist eine Macht, wenn du ihn richtig einsetzt. Die Liebe zu dir, zu den Menschen und Tieren befähigt dich große Wunder zu vollbringen, wenn du dir selbst treu bist. Höre auf deine innere Überzeugung. Spüre dein Licht und halte dich an deine Fähigkeiten und deine innere Stimme. Mache es dir leicht, suche nicht das Schwere. Gehe in dich, vertraue auf Gott, höre auf die Zeichen. Dein Weg ist nicht der Weg des Geldes, denn für dich wird gesorgt werden. Sei du selbst und vertraue. Gehe ins Reine mit dir. Halte deinen Geist wach, sei eine Schöpferin der Liebe. Gehe deinen Weg hundertprozentig und vertraue auf die Unterstützung Gottes. Sei eine Bereiterin deines Weges. Halte dein Herz warm, deinen Geist klar. Tue was du tust aus der inneren Überzeugung. Konzentriere dich und halte dich wach. Das ist alles, was wir dir zu sagen haben. Jetzt geh deinen Weg.“

Tabea staunt. Eine Durchsage in diesem Umfang hat sie nicht erwartet. Noch dazu sind alle ihre Fragen beantwortet, ihre Zweifel zerstreut worden. Sie kann darauf vertrauen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Vor der Prüfung braucht sie keine Angst zu haben; auch finanzielle Sorgen sind unbegründet. Es wird ihr sogar ans Herz gelegt, nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen heilerisch tätig zu sein.

Tabea ist gerührt und berührt. Und das ist ganz wichtig – dass die gechannelten Botschaften im Klienten resonieren. Sprich, die Durchsagen fühlen sich „richtig“ an, man muss u.U. sogar weinen. Ist es eher so, dass sich das Gesagte „fremd“ anfühlt oder innerlich gar auf Ablehnung stößt, hat die (warnende) innere Stimme immer Vorrang. Hier sollte man sich selbstkritisch fragen, ob die Durchsagen dem Klienten (d.h. seinem Ego) nur nicht gefallen oder ob sie wirklich ein tiefes, inneres Gefühl der Ablehnung hervorrufen. Blindes Vertrauen und Handeln gegen die eigene Überzeugung sind nicht im Sinn der Seele. Auch versteht sich ein seriöses Medium nicht als Guru und verkündet ebenso wenig absolute Wahrheiten!

Und: Wer gegenüber Spiritualität generell skeptisch eingestellt ist, wird kaum zuverlässige Botschaften erhalten. Meine Erfahrung zeigt: Die geistige Welt merkt sehr wohl, ob man es ernst meint. Wer nur seinen Spaß haben will bekommt ihn. Denn auch im Himmel wird gern gelacht. Und dann gibt es schräge Durchsagen – oder gleich gar keine.

Zufällig treffe ich Tabea vor einigen Tagen auf einem Waldspaziergang wieder. Glücklich erzählt sie von ihrer florierenden Praxis, die sie mittlerweile in einer Kleinstadt eröffnet hat. „Es hat alles gestimmt“, sagt sie. „Geldnöte habe ich nie gehabt, ich bin erfolgreich und tue meine Arbeit gern. Zurück ins Büro? Niemals!“
Wunder-voll!

* Name geändert, Wiedergabe des Channelings mit Erlaubnis der Klientin