Klangräume für das Ungeborene

Das Ohr ist das erste entwickelte Sinnesorgan. Im Mutterleib hören wir die Stimme der Mutter, Musik, alles was tönt. Die Töne können das Ungeborene beruhigen oder beunruhigen. Macht man sich bewusst, dass das Ohr der einzige Kontakt zur Außenwelt ist, kommt dem Hören angenehmer Töne eine entsprechende Bedeutung zu. Die positive Auswirkung von z.B. klassischer Musik auf das neue Leben ist wissenschaftlich bestätigt.

Ein angenehmer Klangraum für das Ungeborene lässt sich auch mit Klangschalen erzeugen. Diese unterscheiden sich in ihrer Frequenz. Mit einer Schwingung zwischen 100 und 1000 Hertz ist die sog. Beckenschale auf die Organe des Beckenbereichs abgestimmt. Die tiefen Töne erinnern an den Urton des Universums – das Om. Sie werden als beruhigend empfunden, vermitteln Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen. Ein wohliges, entspanntes Gefühl für Mutter und Kind breitet sich im gesamten Becken aus.

Klangräume für das Ungeborene eignen sich zur Einladung der Seele bei Kinderwunsch – auch begleitend zur künstlichen Befruchtung – und Entspannung in der Schwangerschaft. Mit den Gefühlen von Urvertrauen, Sicherheit und Geborgenheit als Grundbedürfnisse des Menschen kann die junge Seele gelassener das Licht der Welt erblicken. Davon bin ich überzeugt.

In der Praxis zeigt sich: Probleme in der Schwangerschaft – Übelkeit, EPH-Gestose, vorzeitige Wehen, Ödeme, Fehlgeburt – sind häufig Hilfeschreie des Körpers, der von der werdenden Mutter mehr Aufmerksamkeit fordert. Auch bei Paaren, die wegen unerfülltem Kinderwunsch in die Behandlung kommen, findet sich oft ein zu starkes Eingebundensein in den Beruf, kaum Zeit für sich selbst, wenig Kontakt zum eigenen Körper und eine hohe Erwartungshaltung. Einen Klangraum zu schaffen, in der die Frau oder auch beide Partner sich fallenlassen können, beschreiben meine Klienten als sehr wohltuend; die innere Anspannung fällt ab, man darf einfach nur da sein.

Die Klänge hören, spüren und dadurch wieder einen Zugang zum eigenen Körper, zu sich selbst, zur Selbstwahrnehmung finden – das ist in unserer heutigen Zeit besonders wichtig: Was brauche ich? Was tut mir gut? Und: Ein guter Kontakt zu sich selbst ist auch Voraussetzung, einen guten Kontakt zum Kind zu entwickeln. Der fängt schon im Mutterleib an. In der Pränatalpsychologie weiß man um die besondere Bedeutung dieser Beziehung.

Insbesondere Frauen, die bereits eine Fehlgeburt erleben mussten, finden durch Klang wieder zu Vertrauen und innerer Stärke zurück. Gebären ist eine „Urfähigkeit“ des weiblichen Körpers, wir können ihm vertrauen – daran dürfen wir uns erinnern.

Auch bei Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane – Menstruationsschmerzen, Krämpfe im Unterleib oder PMS – hat sich eine Klangmassage bewährt; sie beruhigt den gesamten Bauchraum und löst Spannungen der Beckenorgane. Darüber hinaus haben Untersuchungen auch eine beruhigende Wirkung auf Atem- und Nervensystem, Herz und Muskulatur bestätigt.