Träume in der Homöopathie

Unsere Träume sind der direkte Draht zu unserem Unterbewusstsein. Durch sie erhalten wir Einblick in all das, was unsere Seele bewegt. Daher sind Träume auch in der homöopathischen Anamnese hilfreich und können wertvolle Hinweise bei der Mittelauswahl liefern.
Treten sie z.B. erstmalig in Zusammenhang mit einer akuten Erkrankung auf, sind sie ebenso interessant wie solche, die über Jahre hinweg immer wiederkehren. Sie können im chronischen Krankheitsfall Hinweise auf ein passenden homöopathisches Mittel geben. Auch verändern sich Träume häufig während der Behandlung und können ein Indikator für Fortschritte im Behandlungsverlauf sein.

Neben Symbolen spielen auch die Handlung, die Rolle des Träumers, seine Gefühlssituation in der Traumwelt, eventuelle Zusammenhänge mit Tagesereignissen uvm. eine Rolle. Träume, aus denen wir im Schlaf erwachen oder die uns lange in Erinnerung bleiben, enthalten häufig eine besondere Botschaft.

Meine Klientin Frau K. erzählt: „Seit meiner Scheidung träume ich fast jede Nacht davon im Auto unterwegs zu sein. Dabei sitze ich meistens selbst am Steuer, häufig ist mein ehemaliger Mann dabei. Die Fahrt scheint ziellos zu sein: Bevor ich ankomme wache ich auf.“ Frau K. sucht bei der Verarbeitung ihrer Trennung homöopathische Unterstützung. Sie hat sich noch nicht in ihrer neuen Lebenssituation zurechtgefunden, ist also noch „unterwegs“; sie weiß noch nicht, wohin sie der Lebensweg führt – analog dazu kommt sie auch im Traum nicht ans Ziel. Im Vordergrund steht der Prozess des Sich-Findens, Orientierens, Suchens, der sich auch im Traum widerspiegelt. Da sie selbst den Wagen steuert, hat die Klientin sich unbewusst bereits mit ihrer aktiven (führenden) Rolle in diesem Prozess identifiziert.

Unter der homöopathischen Behandlung verändern sich die Träume von Frau K. Der Ex-Mann tritt seltener als Beifahrer auf, die Fahrten werden kürzer und zielgerichteter. Die Klientin berichtet: „Ich komme mehr und mehr in meinem neuen Leben an.“

Der Fall von Frau K. zeigt nicht nur die Bedeutung von Träumen im Zusammenspiel zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein. Träume können für den Homöopathen auch wertvoll in der Mittelauswahl sein. Während einer homöopathischen Behandlung ist es daher empfehlenswert ein Traumtagebuch zu führen bzw., sofern vorhanden, bereits zum Erstgespräch mitzubringen.