Die innere Tafelrunde

Wer regiert mein Königreich? Bin ich Herrscher/in über mein Leben, oder richte ich mich zu sehr nach anderen? Das Therapiemodell der inneren Tafelrunde arbeitet mit inneren Bildern, die über einen geführten meditativen Dialog abgerufen werden.

Kern des Modells ist die Frage: Wo platzieren wir uns selbst und unseren „Hofstaat“ an der Tafel? Die Sitzordnung und die Art und Weise, wir wir mit unseren „Untertanen“ in Kontakt treten verrät, wo wir im Leben stehen. Wir erfahren was uns an innerem Wachstum behindert, erkennen Denkmuster, Blockaden, Sehnsüchte, Aggressionen und Ängste.

Mein Klient Herr C. berichtet: „Seitdem ich eine Führungsposition in unserer Firma übernommen habe fällt mir auf, dass meine früheren Kollegen mir gegenüber verunsichert reagieren. Wurde vor Kurzem noch über den anstehenden Urlaub oder den Nachwuchs geplaudert, kommt nun nur noch oberflächlicher Small-Talk zustande. Ich frage mich, was ich falsch mache!“ Anhand des Therapiemodells der inneren Tafelrunde platzieren wir Herrn C. und seine inneren Anteile am Tisch, die für ihn im Berufsleben eine Rolle spielen. u.a. den Entscheider, den Vertrauten, den Problemlöser, den Macher. Herr C. sieht sich selbst am Kopfende des visuellen Tisches, neben ihm sitzen der Vertraute und der Beschwichtiger, erst dann folgen der Entscheider und der Macher. Mit einer anderen Sitzordnung fühlt sich der Klient sichtlich unwohl.

Er erkennt jedoch: Als Führungspersönlichkeit sollte er in erster Linie Entscheider und Macher sein; die Rollen des Vertrauten und des Beschwichtigers, die er als Kollege eingenommen hat, sollten diesen untergeordnet werden, dürfen für ein klares Rollenverständnis aber weder übergeordnet noch gleichgestellt sein. Herr C. räumt ein, dass er sich in seiner Rolle noch nicht gefunden habe; das spüren auch die Kollegen, die nicht wissen, woran sie sind. In der Therapie besprechen wir Möglichkeiten, die inneren Anteile des Entscheiders und Machers als Führungskraft zur Geltung kommen zu lassen.